Wie Skischul-Pinguin Bobo in die Alpen kam – Interview

Jonas mit dem Leiter der Skischule Pertisau, Christoph Leitner.Mit  wandern-mit-familie.de haben wir in diesem Light-Winter 2015/2016 fast durchgehend Saison. Trotzdem haben wir uns nun zum klassischen Winterurlaub aufgemacht, Jonas und Timmi hatten sich schon wochenlang auf Ihren Skikurs am Achensee gefreut. Es sprangen beim Abschlussrennen der Skischule Pertisau ein Platz am Stockerl für Timmi und immerhin ein fünfter Platz für Jonas heraus – doch viel wichtiger: Ein Schulterklopfer vom legendären Skischul-Pinguin Bobo. Wir haben uns mit dem Erfinder der Bobo-Skikurse und des Maskottchens, Christoph Leitner von der Skischule Pertisau mal ausgiebig über diesen Bobo unterhalten, während unsere Kids beim Skifahren waren.

Lob von Bobo, dem Skischulmaskottchen.Die Bobo-Kinderskikurse werden von über 50 Skischulen in Österreich, Deutschland und der Schweiz angeboten und sind untereinander kompatibel: Wer also zum Beispiel in Ofterschwang im Allgäu Stufe drei (von elf Kinder-Stufen) absolviert, macht nächstes Jahr am Achensee mit Stufe vier weiter. Die große Identifikationsfigur dieser Kinderskikurse heißt Bobo – ein Pinguin. Seine abenteuerliche Reise vom Südpol bis in die Alpen ist in vier kindgerechten CDs dokumentiert (von denen wir uns zwei auf der Rückfahrt vom Achensee anhören durften…) – und wie die Idee von Bobo und den orts- und regionsübergreifenden Kinderskikursen entstand, das weiß Christoph Leitner.

Kindgerechte Skikurse im Jahr 1992? Das war schon Neuland, oder?

Im Interview: Christoph Leitner mit Manu.Ja, unser Angebot ging vor fast 25 Jahren schon deutlich über den Standard hinaus. Holzbogentore waren damals noch üblich, von einem Helm sprach keiner – und da kommen wir und orientieren uns konsequent an den Kindern beim Gestalten unserer Skikurse! Das war tatsächlich Neuland, hat aber schnell für Furore gesorgt.

Der Kern Eures Konzepts?

Bobo gibt's auch in überdimensional!Wir haben zunächst einmal in die Lehrer und in die Sicherheit investiert. Ganz wichtig ist den Eltern und Großeltern, dass sie ihre Kinder zu einer vereinbarten Zeit wohlbehalten wieder zurück bekommen. Ein klar abgegrenztes Skischulgelände, abgeschottet von der „freien Wildbahn“, ist da Grundvoraussetzung. Zudem wurden die Lernprogramme klar auf die Kinder abgestimmt, und selbst die Ansprache des einzelnes Kindes haben wir ein Stück reformiert, die Kids ein bisschen ernster genommen als früher – aber das ist ja heute längst alles selbstverständlich!

Eure gut 50 Skischulen sind untereinander kompatibel, was heißt das?

Die Skikurse sind schulübergreifend kompatibel. Jonas rückt beim nächsten Kurs in Stufe vier auf!Wir haben elf verschiedene Schwierigkeitsstufen, die eine Vergleichbarkeit untereinander ermöglichen. Jeder startet beim Anfängerkurs mit Stufe 1 oder 2 und arbeitetet sich so Kurs für Kurs voran. Ob er den Kurs dann hier bei uns am Achensee oder in der Schweiz oder Deutschland macht, ist eigentlich egal – mit dem Zertifikat oder einfach dem Hinweis auf den letzten „Bobo“-Kurs weiß sein Skilehrer in der nächsten Saison ganz genau, woran er ist. Die elf Stufen sorgen dafür, dass wir wirklich ganz individuell auf jede Könnensstufe eingehen können.

Und das macht man dann von vier bis 15 Jahren?

Riesentrubel bei der Siegerehrung am Freitag. Alle Kinder treffen sich am Skischul-Sammelplatz.Wir haben tatsächlich unter unseren Skilehrern viele einstige Bobo-Einsteiger, die jedes Jahr mit ihren Eltern zum Urlauben zu uns kamen, jedes Jahr einen Skikurs belegten und dann von uns gefragt wurden, ob sie ihr Wissen später nicht weitergeben möchten. Inzwischen ist tatsächlich schon die zweite Generation der Bobo-Skischülern auf der Piste – aber wir machen das ja auch schon 25 Jahre lang!

Warum ist eigentlich ausgerechnet ein Pinguin vom Südpol Euer Maskottchen?

Die ursprüngliche Idee stammt von einem kleinen Wettbewerb, den wir mit einer unserer Skilehrerinnen gemacht haben. Sie war in Innsbruck Kindergärtnerin und hat einige Tiere mit zu ihren Kindern genommen und schlicht und einfach geschaut, welches Tier den Kindern gefällt. Freilich haben wir die Pinguin-Idee dann professionalisert und zu einem umfassenden Maskottchen ausgebaut. Freilich reicht die Zusammenarbeit viel, viel weiter als zu Bobo. Wir machen gemeinsames Marketing, entwickeln Produkte weiter, erfinden immer wieder neue, moderne Lerninhalte und verstehen uns auch ein bisschen als Branchen-Trendsetter und Infobörse untereinander.

Aber trotzdem ist Bobo das Zugpferd, oder?

Timmi erhält erste Instruktionen von Skilehrerin Svetlana.Absolut. Mal eine Zahl, die ich gerade eben erst bekommen habe? 17 Prozent der holländischen Kinder kennen Bobo, ein österreichisches Pinguinmaskottchen…

Wenn ihr mehr zu Bobo und den Skischulen wissen wollt: hier! Und wenn Euch Christophs Skischule in Pertisau am Achensee näher interessiert: hier!

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