Wickie, Flake, der Walchensee und das Kraftwerk

Wie ihr an einem Tag gigantische Stromturbinen, das Wickie-Filmdorf und die Olympiaschanze, von der sich die Skiadler ins Tal stürzen erleben könnt, erzählen wir euch heute: Ein Ausflug zum Walchensee-Kraftwerk, zum Kochelsee und zum Walchensee mit der Filmkulisse von Flake und zum Olympia-Skistadion nach Garmisch-Partenkirchen dauert nur einen halben Tag, ist aber voll mit Eindrücken und Infos – und kostet keinen einzigen Cent Eintritt!

Urlaub im Zugspitzland in Farchant. Nach zwei coolen Wanderungen auf dem Baumwipfelpfad zu den Kuhfluchtwasserfällen und zu den Sieben Quellen bei Eschenlohe hatten wir am dritten Tag im Urlaub mal keine Wanderung vor. Das Wetter war eher halbseiden gemeldet, und so machten wir uns eher uninspiriert auf eine Rundfahrt mit dem Auto „hinauf zum Walchensee“. Der Kochelsee war in einer knappen Vierstelstunde erreicht und nach einem kurzen Stopp an der Landzunge am Franz Marc Museum sind wir kurz vor der Passstraße rechts abgebogen:

Walchenseekraftwerk

Mit einer Leistung von über 120 MW ist das Walchenseekraftwerk noch heute eines der größten Kraftwerke seiner Art. 1924 wurde das Kraftwerk eröffnet – und seit einigen Jahren ist neben dem Turbinenhaus ein ansprechendes Dokumentationszentrum samt Restauration geöffnet. Spannend für die Kinder: Es gibt viele Schaustücke zum Ausprobieren. An einem Trimmdichrad kann man erkunden, wieviel Kraftaufwand nötig ist, um eine Glühbirne, einen Fernseher oder einen Fön mit Strom zu versorgen. Ein Wasserversuch zeigt, ob je nach Fallhöhe und Durchflussmenge eine Francis- oder Peltonturbine (Details erspare ich euch) die effizienteste Lösung ist (falls man mal ein Kraftwerk bauen möchte :-)).

Filme zeigen, wie beschwerlich der Bau der Anlage war. Kilometerlange Stollen wurden von Arbeitern unter miesesten Umständen in den Berg getrieben. Als Überleitung von der Isar zum Walchensee (das Wasser aus dem Einzugsgebiet des Sees reichte nicht) und vom Walchensee bis hin zum „Schloss“, aus dem das Wasser in Fallrohren 200 Meter tief ins Turbinenhaus rast. Noch heute sind die Turbinen im Betrieb, auch wenn das Kraftwerk inzwischen mehr als Spitzenlastkraftwerk im Einsatz ist. Als wir da waren, demontierten Arbeiter gerade eine Turbine für einen Putzeinsatz. Gigantische Einblicke bei übrigens freiem Eintritt!

Flake – das Wikingerdorf

Weiter ging’s auf dam Pass hinauf zum Walchensee, wo uns direkt an der Bundesstraße ein Schild „Flake“ lockte. Also fuhren wir rechts ran und enterten das Filmkulissendorf. 2008 wurden in München, Malta und eben am Walchensee die Szenen für den Bully-Herbig-Film „Wickie und die starken Männer“ gedreht. Die Dreharbeiten fanden am anderen See-Ende statt, doch nach dem Abschluss schuf man mit den Filmkulissen ein kleines, aber feines Wikinger-Freilichtmuseum direkt zwischen Straße und See. Wir sitzen auf Halvars Terrasse, suchen nach Wickie und Jonas und Timmi waren hin und weg von ihrem Helden der Gutenachtgeschichte auf Kika. Sehenswert – und unterhalb des Herzogstands lassen sich in beide Richtungen herrliche Selfies mit alpiner Kulisse schießen. Der Eintritt ist übrigens frei, das Gelände ist täglich bis 20 Uhr geöffnet.

Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen

Weiter ging die wilde Panoramafahrt hinüber ins Wettersteingebirge. Magdalena Neuner, der Biathlon-Star, grüßte uns im Heimatort Wallgau von Plakaten. Und über Klais erreichten wir schließlich Garmisch und das Olympia-Skistadion. Dort unternahmen wir einen kleinen Spaziergang rund um die neue Schanze und hatten zum Abschluss des Tages sogar noch Zeit für einen Shoppingbummel in der Fußgängerzone von Garmisch.

Am Abend waren alle platt, aber voll mit Eindrücken der spannenden Art: Wer kann schon von sich behaupten, an einem Tag auf den Spuren der Skiadler, der wilden Wikinger und der Stromerzeugung gewesen zu sein?

Übrigens: Mit der Zugspitzland-Gästekarte kommt man bis nach „Flake“ tatsächlich per Bus umsonst (vom Walchensee zum Kochelsee Aufzahlung nötig!). Dauert bisschen länger per ÖPNV, ist aber nicht minder aufregend – und natürlich schööön umweltfreundlich!

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